Für eine Brücke auf festen Füßen: Soldaten unterstützen Geraer Spezialfirma bei Bohrungen

Soldaten der Bundeswehr unterstützen die Firma GTG aus Gera bei den Baugrunduntersuchungen am Standort der künftigen Marienbrücke. Andreas Ladiges von der GTG (2. von links) und Janko Hädrich (rechts), Verbindungsmann der Bundeswehr für das Projekt Marienbrücke.
© Funke Medien Thüringen | Marcel Hilbert
Bis Spaziergänger den etwa zehn Meter tiefen und rund 30 Meter breiten sogenannten „Ludergraben“ im Geraer Stadtwald wieder bequem auf einer Brücke überqueren können, bedarf es noch einiger Kraftanstrengung. Heinrich-Dieter Hischer weiß das. Er meint damit nicht nur den baulichen Kraftakt für die Wiedererrichtung der Marienbrücke, sondern auch den finanziellen.
Bundeswehr soll Brückenneubau unterstützen
Was dem Vorsitzenden des Geraer Fördervereins Stadtwaldbrücken Mut macht: Bürgerschaft und hiesige Wirtschaft haben mit „toller Spendenbereitschaft“ schon gezeigt, dass sie hinter dem Projekt stehen. Und so ist die neue Marienbrücke trotz einiger Rückschläge nicht mehr bloß eine Idee, ein schöner Traum. Zur Erinnerung: Das Genehmigungsverfahren dauerte länger als geplant, zusätzliche Kosten, weil der Brückenstandort durch eine Fachfirma, statt der Bundeswehr beräumt werden musste, der Ausstieg eines Vereinsmitglieds, das zuvor eine Planung erarbeitet hatte – all diese Herausforderungen mussten gemeistert werden.
„Zwischen 100.000 und 120.000 Euro Kosten sind aktuell geschätzt, die Hälfte des Geldes ist schon da, darüber sind wir sehr dankbar und hoffen, noch weitere Unterstützer gewinnen zu können“, sagt Hischer. Wobei diese Kosten nur das Material meinen, die Brücke selbst wird etwa doppelt so viel wert sein. Die Arbeitsleistung soll aber von der Bundeswehr übernommen werden, sagt Hischer und berichtet von einem sehr guten Gespräch vor einigen Wochen am Geraer Bundeswehrstandort auf dem Hain.
Janko Hädrich ist Bautechniker und Zimmermeister. Und er ist Stabsfeldwebel auf dem Hain und Projektleiter der Bundeswehr für das Brückenvorhaben im Stadtwald. Mit einem Trupp Soldaten aus verschiedenen Abteilungen war er am Montag an der Stelle im Geraer Stadtwald, an der die Marienbrücke künftig wieder stehen soll und an der die Fundamente noch an den Vorläufer erinnern. Zunächst als Helfer. Die GTG Geologisch-Technische Gesellschaft mbH aus Gera-Roschütz ist an diesem Tag vor Ort, um Bohrungen für die Baugrunduntersuchung durchzuführen. Die Soldaten helfen, das dazu notwendige Gerät den steilen Graben hinab zu transportieren, wo eine der fünf geplanten Bohrungen stattfindet. Eine Gelegenheit, sich mit dem Terrain vertraut zu machen.
Geraer Spezialfirma sponsert den zweitägigen Einsatz
„Wir schauen mit den Bohrungen, wo der Sandstein beginnt, die tragfähige Schicht in diesem Bereich“, sagt Andreas Lagiges von der GTG, der mit einem Kollegen die Baugrunduntersuchung durchführt. Es geht dabei um die Standsicherheit der künftigen Brücke. Die Untersuchungen sind Teil der derzeit laufenden Ausführungsplanung, die das Geraer Ingenieurbüro VTUübernommen hat. Die GTG sponsert dabei ihre zweitägige Arbeitsleistung und unterstützt auf diese Weise das Projekt, freut sich Hischer und ist dankbar. Wie er erklärt, ist man von dem Plan abgerückt, die Brücke einfach auf die alten Sockel zu setzen. „Wir müssen zumindest noch einmal schauen, wie tragfähig der Grund ist“, sagt Hischer mit Blick auf die 1913 betonierten Fundamente.