Studentenprojekt FH Erfurt zum Stadtwald Gera / Teil 2 Bearbeitungsthemen

Abgrenzung des Bearbeitungsgebietes
Das Bearbeitungsgebiet beinhaltet das Landschaftsschutzgebiet „Geraer Stadtwald“, welches 1973 vom Rat des Bezirkes beschlossen wurde. Es liegt auf dem östlichen Elstertalhang und reicht im Norden von der Bahntrasse nach Erfurt bis an eine gedachte Verbindungslinie zwischen Dürrenebersdorf und Lusan. Die Grenzen sind jedoch nicht fest zu sehen, sondern sind je nach Bearbeitungsthema fließend. Das Bearbeitungsgebiet umfasst sowohl den Kommunalwald (südlicher Teil) als auch den nördlichen Teilbereich in der Zuständigkeit der Liegenschaftsverwaltungs- und –verwertungsgesellschaft (Übertragung an das Land Thüringen steht bevor).
Bearbeitungsthemen
1. Naturlehrpfad
Die Stadt Gera verfügt über einen Naturlehrpfad West“. Dieser ist vor Ort ausgeschildert und wird über einen Flyer Nutzern zugänglich gemacht. Der vorhandene Lehrpfad ist im Bestand zu erfassen und zu bewerten. Mit der entwurflichen Bearbeitung ist eine Attraktivitätssteigerung für Jung und Alt, für Besu- cher und Bewohner der Stadt anzustreben. Eine Einheit von Ausgestaltung vor Ort und Flyer ist herzu- stellen. Erweiterungsmöglichkeiten und Überlegungen zur Etablierung eines Naturerlebnispfades sind zu prüfen. Ansprechpartnerin in Gera ist Frau Uta Bergner (Leiterin Untere Naturschutzbehörde, Fach- dienst Umwelt, Fon: 0365/838-4240, E-Mail: Bergner.Uta@Gera.de) und Mitarbeiterin.
2. Bodenarchäologischer Wanderpfad
Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie und die Stadt Gera haben einen Archäologischen Wanderführer Thüringen – Stadt Gera 2006 veröffentlicht und vor Ort die betreffenden archäologi- schen Denkmale ausgeschildert. Ein Wanderwegekonzept dazu wurde bisher nicht etabliert. Die
Standorte der Denkmale Nr. 2 – Debschwitz, Grabhügel, Nr. 6 – Ernsee, Wüstung Pottendorf, Nr. 7 – Ernsee, Wallanlage, Nr. 9 – Gera-Stadt/Hainberg, Grabhügel, Nr. 10 – Untermhaus, Wallanlage, Nr. 11 – Untermhaus, Schloss Osterstein (in Abstimmung mit der betreffenden Arbeitsgruppe), Nr. 12 – Untermhaus, Grabhügel und Nr. 17 – Gera-Stadt, Wüstung Vollersdorf sind im Bestand zu erfassen und zu bewerten, Vorschläge zur Attraktivitätssteigerung sind zu offerieren. Die Standorte sind kon- zeptionell in einen bodenarchäologischen Wanderpfad (Varianten der Wegeführung/Ausgestaltung) einzubinden, der weitere kulturgeschichtliche Standorte beinhalten kann. Ansprechpartnerinnen sind Frau Sabine Schellenberg (Leiterin Untere Denkmalschutzbehörde, Fon: 0365/838 49 60, E-Mail: Schellenberg.Sabine@gera.de) und Mitarbeiterinnen sowie Frau Dr. Karin Sczech (Referentin Archäo- logisches Gebietsreferat Städte des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie – Weimar, Fon: 03643/818342, E-Mail: karin.sczech@tlda.thueringen.de). Seitens der FHE steht zusätzlich Prof. Dr.- Ing. Hans-Heinrich Meyer (Datenbank Kulturlandschaftselemente).

3. Hangkanten des Stadtwaldes Gera
Der Stadtwald weist steile, teilweise sehr steile Hangkanten mit hoher Erosionsgefährdung und Gefährdung der Verkehrssicherheit auf. Die Fluten der jüngsten Zeit führten zu teilweise erheblichen Beeinträchtigungen der Standsicherheit des Waldbestandes und flächigen Abrutschungen. Es sind eine Kartierung der potentiell gefährdeten Flächen zu erstellen (Ausweisung der potentiell gefährdeten Standorte, Erfassung und Bewertung des Gehölzbestandes sowie der Bodenverhältnisse) sowie Maßnahmen der Sicherung und Bewirtschaftung vorzuschlagen und auszuarbeiten. Ansprechpartner sind Frau Katrin Behrends (Leiterin Untere Bodenschutzbehörde, Fon: 0365/838-4210, E-Mail: Behrends.Katrin@gera.de), und Herrn Matthias Mittenzwey (Eigenbetrieb Geraer Stadtgrün, Forsten und Fried-höfe, Fon: 0365/833 38 51, E-Mail: Mittenzwey.Matthias@gera.de). Seitens der FHE stehen Herr Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Meyer (Geologie, Boden), Herr Prof. Rolf Johannsen (Ingenieurbiolo- gie) und Herr Prof. Erik Findeisen (Waldarbeit, Forsttechnik, Walderschließung, Forstnutzung – Fon: 0361/ 6700-4265, E-Mail: erik.findeisen@fh-erfurt.de).
4. Wiederaufbau Marienbrücke – 2 Bearbeitergruppen
Der sich nach dem Kauf des Rittergutes Pöppeln 1517 entwickelnde Stadtwald von Gera hat vielfältige Wandlungen erfahren, sei es durch weitere Ankäufe, Aufforstungen oder veränderte Eigentumsver- hältnisse. Mit dem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums im 19. Jahrhundert erfolgte nicht nur eine quantitative sondern auch eine qualitative Stadtentwicklung. In diesem Kontext begann man den Stadtwald gestalterisch stärker zu erschließen. Wanderwege, Gedenksteine/-plätze und Ausflugszie- le/-lokale wurden angelegt und Brücken errichtet. Der Verein „Stadtwaldbrücken e.V.“ initiierte 2010 den Wiederaufbau der Waldhausbrücke und nun soll die Marienbrücke in Angriff genommen werden. Dazu gilt es, entsprechende Planunterlagen zu erstellen.
Die Planungsaufgabe Wiederaufbau Marienbrücke ist von zwei Bearbeitergruppen zu lösen – eine, die die Planung/Konstruktion des Brückenbauwerkes und eine, die die Planung der Hin- und Fortführung zur Marienbrücke (einschl. einer Variante ohne Wiederaufbau der Marienbrücke) zu erstellen hat. Be- standsaufnahme und Bewertung sind jeweils als Grundlage der Planungen zu erarbeiten. Ansprechpartner ist Herr Heinrich-Dieter Hischer (Vorstand des Vereines, Fon: 0365/36820, E-Mail: h- d@hischer.eu).
5. Thüringer Waldzoo im Martinsgrund
Der Thüringer Waldzoo von Gera wurde 1962 als Tiergehege im Martinsgrund etabliert und entwickel- te sich zu einem beliebten Ausflugsziel in der Region. Zunächst beherbergte er nur einheimische Tier- arten auf einem Areal von ca. 20 Hektar, heute jedoch auch viele Exoten. Die verschiedenen Entwick- lungsphasen spiegeln sich in der Gesamtanlage heterogen wieder. Es gilt, neben der Erfassung und Bewertung des Bestandes, eine nachhaltig ganzheitliche Entwicklungskonzeption zu erstellen und dabei sowohl die städtische Anbindung (Verbindung zum Dahliengarten, verkehrliche Anbindung) als auch die Ver-/Einbindung in den Stadtwald neu zu ordnen. Ansprechpartner sind Herr Karsten Höhle Planer Gesamtstadt und Grün, Fachdienst Stadterneuerung, Team Stadtplanung, Fon: 0365/838- 4415, E-Mail: Hoehle.Karsten@gera.de) und die Mitarbeiter des Thüringer Waldzoos.

6. Umfeld Schloss Osterstein – 2 Bearbeitergruppen
Das heutige Terrain des Schlosses Osterstein weist vielfältige Nutzungen auf, ist aber auch aufgrund ungeklärter Eigentumsverhältnisse von Leerstand geprägt. Im Süden des Areals markiert ein mächti- ger, im Kern romanischer Bergfried aus dem 12. Jahrhundert das Bearbeitungsgebiet. Reste des 1945 zerstörten Schlosses aus dem 17./18. Jahrhundert leiten zum Ortsteil Untermhaus über. Die erhöhte Lage am östlichen Elstertalhang gewährleistet einen reizvollen Blick nach Osten auf das Stadtzentrum (Hofwiesen und Küchengarten, Theater etc.) und die anschließenden Anhöhen, der Blick nach Westen auf das geschichtsträchtige Areal eher Tristesse und Verwahrlosung. Es sind Entwicklungs- konzeptionen (funktionell, gestalterisch, in Varianten) für das Areal auf der Grundlage einer Erfassung und Bewertung des Bestandes (einschl. der Wechselbeziehungen zum Stadtzentrum/Untermhaus und zum Stadtwald) zu erstellen. Ansprechpartner sind Frau Sabine Schellenberg (Leiterin Untere Denk- malschutzbehörde, Fon: 0365/838 49 60, E-Mail: Schellenberg.Sabine@gera.de), Frau Dr. Karin Sczech (Referentin Archäologisches Gebietsreferat Städte des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie – Weimar, Fon: 03643/818342, E-Mail: karin.sczech@tlda.thueringen.de) und Herr Kars- ten Höhle Planer Gesamtstadt und Grün, Fachdienst Stadterneuerung, Team Stadtplanung, Fon: 0365/838-4415, E-Mail: Hoehle.Karsten@gera.de).
7. Eingänge/Ausgänge/Übergangssituationen des Stadtwaldes
Der Stadtwald thront naturräumlich bedingt über der Stadt Gera. Das Stadtgefüge weist vielfältige Sichtbeziehungen auf die Waldkulisse mit Schloss Osterstein auf. Jedem Bewohner ist er so tagtäg- lich präsent, doch nur einige nutzen ihn, und die Nutzungsmöglichkeit wird zumeist durch „Schlupf- löcher“ oder verwinkelte, unübersichtliche Wegstrecken hin zum Erholungsort „Stadtwald“ erschwert. Es ist eine Kartierung der Eingänge und Übergangszonen (Erfassung der Eingänge, Bestandaufnah- me und Bewertung der jeweiligen Areale) vorzunehmen, Überlegungen zur Neuordnung der Zugangs- möglichkeiten sind zu dokumentieren und städtbaulich-freiraumplanerische Entwürfe für die jeweiligen Situationen zu erarbeiten. Ansprechpartner ist Herr Karsten Höhle Planer Gesamtstadt und Grün, Fachdienst Stadterneuerung, Fon: 0365/838-4415, E-Mail: Hoehle.Karsten@gera.de).
8. Touristische Entwicklungskonzeptionen zum nördlichen (LVVG) und südlichen Stadtwald (Kommunalwald) – 2 Bearbeitergruppen

Wie bereits ausgeführt, hatte der Stadtwald in der Vergangenheit einen hohen Stellenwert für die Bewohner von Gera. Dies soll auch wieder zukünftig erreicht werden. Darüber hinaus gilt es, die Wirt- schaftskraft der Stadt zu stärken und insbesondere den Städtetourismus in Thüringen (und somit in Gera) auszubauen. Stadt – Stadtwald – Umland bieten zahlreiche Potentiale dafür. Es gilt sie zu wecken, zu erschließen und zu vermarkten. Beide Bearbeitergruppen haben eine intensive Diskussion mit den Bearbeitern der Themen 1-7 zu führen, deren Arbeitsergebnisse in ihre Überlegungen einzubinden, aber auch deren inhaltliche Ausrichtung zu steuern. Dazu sind alle verfügbaren Plando- kumente seitens der Stadt (FNP, DA Julia Prüger etc.), des Landes (Regionalplan) und seinen Einrich- tungen wie der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie in Jena (Herr Wenzel) oder der Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei in Gotha (Herr Neumann) auszuwerten und Best Practice – Beispiele für touristische Entwicklungskonzeptionen von Stadtwäldern sowie deren Umsetzungsstrategien zu recherchieren. Auf der Basis von Bestandsanalyse, Dokumentenrecherche sowie Best Practice – Beispielen ist sowohl für den nördlichen als auch für den südlichen Stadt- waldbereich in Wechselbeziehung/-wirkung zum jeweiligen Umfeld und unter Einbindung in das gesamtstädtische Grünsystem eine touristische Entwicklungskonzeption abzuleiten. Ansprechpartner ist Herr Karsten Höhle Planer Gesamtstadt und Grün, Fachdienst Stadterneuerung, Fon: 0365/838- 4415, E-Mail: Hoehle.Karsten@gera.de).

Autor:

Prof. Dr. Gerlinde Krause, Erfurt, Oktober 2013

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