ARGe NOAH

ARGe steht für Altenburg, Ronneburg und Gera/ auch Arbeitsgemeinschaft; NOAH steht für Nachhaltige, gestalterische Ordnung in Angemessenheit beim Stadtumbau mit touristisch ausstrahlender Wirkung und Beförderung von Heimatbewusstsein/ initiiert das Aufbrechen zu neuen Ufern.

„Stehen bleiben  k ö n n e n  wir nicht; zurückgehen w o l l e n wir nicht: wir werden also schon dem edlen Triebe folgen müssen, vorwärts zu schreiten.“
Jonathan Schuderoff (1825)

arge noah

200 Jahre Landesverschönerung in Ostthüringen am Beispiel der Städte Altenburg, Ronneburg und Gera.

1825 wurde die Schrift Landesverschönerung von Jonathan Schuderoff, u.a. Oberpfarrer von Ronneburg, in Altenburg gedruckt. Es ist nach Däumel das erste, „sich allein mit Landesverschönerung befassende Buch“ (D 46) Deutschlands und greift die Intentionen der 1823 gebildeten Deputation für Landesverschönerung „im Herzogtum Altenburg“ (S 49) auf. Die Idee, „das Land [zu] verschönern, damit du Schaden und Nachtheil nach Kräften abwendest, und frohen Lebensgenuß, Wohlstand und Anmuth auf Erden beförderst“ (S 33) ist von Bürgern gemeinsam zu tragen, um „B ü r g e r s i n n“ und „L a n d e s s i n n“ (S 92) auszuprägen. Gebaut werden soll „nach a l l g e m e i n g ü l t i g e n G r u n d s ä t z e n, bauet e i n f a c h; bringt in das Ganze bei aller Mannigfaltigkeit E i n h e i t“ (S 56).

Den 1825 formulierten Intentionen folgen die Ostthüringer Städte Altenburg, Ronneburg und Gera mit beachtlichen Leistungen, insbesondere im Aufbau und in der qualitätvollen Ausgestaltung gesamtstädtischer Grünsysteme.

Diese gewachsene „grüne Quantität und Qualität“ bauen sie mit hohem bürgerschaftlichen Engagement im Zusammenspiel mit den kommunalen Verwaltungen aus und entwickeln sie zu ihren Markenzeichen.

Präsentiert werden sollen zur IBA Thüringen in Kooperation der FH Erfurt mit den 3 Städten

– Attraktivitätssteigerung Stadtwald Gera zur Umsetzung eines touristischen Entwicklungskonzepts,
– großflächige Aufforstung und Ausgestaltung der Ronneburger Bergbaufolgelandschaft in Ergänzung des bestehenden Grünsystems und zur touristischen Aufwertung,
– Kleingartenentwicklung/-umbau als wesentliche Elemente der weiteren Ausprägung des gesamtstädtischen Grünsystems in Altenburg, gefördert durch ein kommunales Förderinstrumentarium,
– Attraktivitätssteigerung des Familien- und Freizeitareals „Großer Teich/ Hellwiese/ Stadtwald/ Skatarena“ in Altenburg,
– Entwicklung von Rückbauflächen des Wohngebietes (WG) Altenburg-Nord, u.a. bis hin zur Rückgewinnung landwirtschaftlicher Nutzflächen im Kontext von Stadtumbau.

Warum Landesverschönerung?

In der 1825 veröffentlichten Schrift Landesverschönerung verleiht Schuderoff seiner Überzeugung Ausdruck

  • dass die „Liebe zu einer Idee“ (S, Vorwort) eine hohe BESTÄNDIGKEIT aufweisen und eine Vielzahl von Aufgaben lösen helfen wird.

Er fordert ein,

  • „dass wir unsern Nachkommen verhältnismäßig eben so viel übrig lassen werden, als die früheren Geschlechter uns schuldig geblieben sind.“ (S 17) – NACHHALTIGKEIT

Er verweist darauf,

  • dass „BILDUNG (Kultur) und Landesverschönerung“ sich wechselseitig bedingen „und je allgemeiner jene, desto umfassender auch diese.“ (S 60).

Schuderoffs Intention zur Landesverschönerung ist ein langfristig orientiertes, programmatisches Werk, dass nicht nur in d. Theorie verbleibt, sondern im Ostthüringer Raum verinnerlicht und bis in d. Gegenwart getragen wird. Es bietet vielfältige Berührungspunkte mit dem IBA Thüringen–Konzept.

Warum Landesverschönerung in Altenburg, Gera und Ronneburg?

Altenburg, Ronneburg + Gera sind bedeutende Städte im Ostthüringer Raum mit Anbindung an die BAB A4. Ihre Bedeutung als Knotenpunkte im mittelalterlichen Handelswegenetz erbrachte wirtschaftlichen Reichtum. In den Residenzstädten siedelten sich geistig-kreative Persönlichkeiten an. Industrialisierung + Bergbau vor allem seit Ende des 19. Jahrhunderts führten zu weiterem wirtschaftlichen Aufstieg, erheblichem Stadtwachstum, hochwertiger BAUKULTUR + geistig-kultureller Blüte.

In diesem Kontext etablierte sich früh eine rege Vereinstätigkeit (in ABG ab 1803), die bis heute zur STÄRKUNG STÄDTISCHER IDENTITÄTEN beiträgt (192 Vereine in Gera, 103 in ABG, 45 in Ronneburg) + durch ihre PROZESSKULTUR bleibende Werte erbringt wie

  • Altenburg
  • Kleingartenbewegung mit Gründung der Kleingartenanlage (KGA) Bauhof I 1887 (1. Thüringens), unterhält heute ca. 100 ha/ 36% d. städt. Grünflächen
  • mit Gründung d. Herzog-Ernst-Wald-Vereins 1907 Beginn Aufforstung d. Stadtwaldes im Süden v. ABG (81 ha), ab 1928 gestalterische Ausformung
  • Rettung d. 2003 zur Beräumung frei gegebenen Botanischen Gartens durch Förderverein, 2006 Wiedereröffnung.
  • Gera
  • Aufbau d. Stadtwaldes ab 1731, ab 1890 Ausgestaltung durch Verschönerungsverein, 2010 Fertigstellung d. Waldhausbrücke durch Förderverein
  • 2013 Fertigstellung Schlossgarten (Schloss Osterstein) durch BUGA-Förderverein.
  • Ronneburg
  • „Herstellung“ d. ‚Neuen Landschaft Ronneburg‘ im Zuge d. Rekultivierungsmaßnahme v. Wismut GmbH + BUGA Gera-Ronneburg 2007, Unterstützung durch BUGA-Förderverein
  • jährliches Brunnenfest im Brunnenholz v. Heimatverein.

Altenburg, Ronneburg + Gera sind über Straßen + Radwege, gesamtstädtische Grünsysteme sowie zweiseitige Partnerschaften (Theater Gera-Altenburg, BUGA Gera-Ronneburg) miteinander verbunden. Die Projektidee ARGe NOAH mit einer späteren kommunalrechtlichen Struktur zielt ab auf eine neue Qualität der PARTNERSCHAFT. Es gilt, die weichen Standortfaktoren der drei Städte zu stärken + das etablierte BÜRGERSCHAFTLICHE ENGAGEMENT zu nutzen, um PROBLEME DES WIRTSCHAFTLICHEN + DEMOGRAFISCHEN WANDELS positiv zu beeinflussen (Stadtumbau als vorrangige Aufgabe).

Warum werden gerade diese Vorhaben präsentiert?

1. Seit den 1990er Jahren wuchs mit Zunahme der Stressfaktoren ( Arbeitsplatzsorge, -pendeln, erhöhte Qualifikationsanforderungen im Berufsleben) die ‚Sehnsucht nach Ruhe und Ausspannen‘. Traditionelle Werte gewannen in diesem Kontext an Relevanz + führten zu einer Bedeutungssteigerung von Gartenarbeit + ländlicher Idylle. Parallel zum erlebnisorientierten Freizeitkonsum entwickelt sich eine neue mental-ausgerichtete Sinnorientierung „zur wichtigsten Ressource der Zukunft und zu einer großen Herausforderung der Wirtschaft“. (B 2)

Das Kleingartenwesen bietet im Ostthüringer Raum einen überdurchschnittlich hohen Versorgungsgrad, hat im Kontext von Schrumpfung und Alterung in den Städten eine Vielzahl an Problemen zu bewältigen. Diesen neuen Anforderungen stellt sich der Regionalverband „Altenburger Land der Kleingärtner“. Er entwickelte bereits ab 2005 ein INNOVATIVes Kleingartenentwicklungskonzept als Teil des ISEK (aktuell 2. Fortschreibung) + offeriert so jeder Anlage eine Zukunftsperspektive (Umbau/Rückbau). Zur Umsetzung des Konzeptes wurde ein in Deutschland bisher EINZIGARTIGes kommunales Förderinstrument etabliert + der Kleingartenumbau begonnen. Präsentiert wird zur IBA die Spannweite dieses Umbauprozesses an den KGA Bauhof I/II (älteste KGA, innerstädtische Lage) + dem neu zu entwickelnden Kleingartenpark ABG-Ost (Stadtrandlage).

2. Geht man davon aus, dass sich die Zwei-Drittel-Gesellschaft in der BRD (vgl. Armutsdiskussion) weiter ausprägen wird + berücksichtigt man gleichzeitig die steigende Alterung (zunehmende Immobilität) erlangt Naherholung einen höheren Stellenwert, d.h. Stadtrandzonen als ERLEBBARE StadtLANDSCHAFTEN gewinnen mit ihren Optionen für eine ruhige, Sinn betonte Erholung im vielfältigen Übergang zur Landschaft an Bedeutung. Sie sind zu Wohlfühllandschaften zu entwickeln.

Gera + Altenburg besitzen ausgedehnte Stadtwälder, die über Landesverschönerung eine BESONDERE, nachhaltige Ausgestaltung erfuhren. Im Süden Altenburgs entstand eine DENKMALWÜRDIGE SACHGESAMTHEIT aus Wäldern, landw. Nutzflächen, Bächen, Park-, Sport-/Freizeit-/KGA + Wohnen, die weiter ausgeformt werden soll. Mit dem Stadtumbau im WG ABG-Nord soll an die Intentionen im Süden angeknüpft + eine neue Stadtrand-Qualität präsentiert werden. Gera verfügt über den DRITTGRÖSSTEN STADTWALD THÜRINGENS mit insges. 1.100 ha (LSG „Geraer Stadtwald“, FFH-Gebiet, Stadtlage) + wurde von der Arbeitsgemeinschaft „Naturgemäße Waldwirtschaft“ ausgezeichnet. Die Ausgestaltung des Stadtwaldes wird über bürgerschaftliches Engagement als Baustein für ein Konzept der Nah- sowie Regionalerholung + als ein Teilelement des gemeinsamen Ostthüringer Städtetourismus in neuer Qualität fortgesetzt. Ronneburg verfügt als Radiumbad + Kurort ebenfalls über ein ausgestaltetes gesamtstädtisches Grünsystem. Die großflächige Aufforstung erweitert dieses System + entwickelt gleichzeitig die 124 ha umfassende Landschaftsneugestaltung der BUGA „Neue Landschaft“ fort.

3. Während die Vereinstätigkeit 2004 zu 2009 in Ostdeutschland leicht rückläufig war, können die drei Städte auf eine stabil gewachsene Entwicklung verweisen. Das gering organisationsgebundene Engagement erhöhte sich im Vergleichszeitraum. Dieses Potential (vorherrschend der kreativen Jungen), gepaart mit dem STABILEN BÜRGERSCHAFTLICHEN ENGAGEMENT IN DEN DREI STÄDTEN (vorherrschend die Altersgruppen der 50- bis 59-Jährigen/60- bis 69-Jährigen), ist die Grundlage der Projekt-Umsetzung.

4. Ein koordinierter Städtetourismus ist als wirtschaftsstärkende Komponente angedacht. Es gilt, dem „anspruchsvollen, preissensiblen und multioptional agierenden Kunden mit vielschichtigen, komplexen und in Teilen widersprüchlichen Konsum- und Lebensstilen“

5) ein breites Angebot zu offerieren. Dementsprechend wird die Präsentation der Projektidee mit Tagungen zu „200 Jahre Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes“ eröffnet + zu „200 Jahre Landesverschönerung im Ostthüringer Raum“ beendet. Für den Zwischenzeitraum sind wechselnde Kunstausstellungen + Events in den drei Städten vorgesehen, um auch den BILDUNGS- + KULTURGEDANKEN DER LANDESVERSCHÖNERUNG zu befördern.

Erstes Treffen der Grünwerkstatt “ Stadtwald erleben“ vom 07.03.2014

Ergebnisse und Festlegungen 9. Grünwerkstatt „Stadtwald erleben“

1. Ergebnisse 7.3.2014:

  • ISEK- Projekt „Stadtwald erleben – Entdeckerwald“ (Arbeitstitel)
  1. entsteht als Teilprojekt des ISEK-Leitprojektes „Grünstadt entwickeln“
  2. enthält als projekttragendes Thema die „Touristische Entwicklungskonzeption Stadtwald“ mit dem Kern „Entdeckerwald“
  3. prägt als Bestandteil die „Entwicklungskonzeption Tourismus der Stadt Gera“
  4. erlangt IBA-Projektstatus
  • Gewünschte Kooperationspartner: Fachhochschule Erfurt + Thüringenforst
  • Auswahl der für das Projekt weiter zu verfolgenden Ideen der Ettersburger Entwurfsseminare:
  1. „Touristische Entwicklungskonzeption Stadtwald“
  2. „Naturlehrpfad“
  3. „Bodenarchäologischer Wanderpfad“
  4. „Wiederaufbau Marienbrücke“
  5. „Eingänge/Ausgänge/Übergangssituationen“
  6. „Umfeld Schloss Osterstein“ bietet Anknüpfungspunkte, wird nicht detailliert verfolgt
  • Nächste Arbeitsschritte siehe Arbeitsplan
  • Abschluss Projektskizze beim nächsten Treffen

Studentenprojekt FH Erfurt zum Stadtwald Gera / Teil 2 Bearbeitungsthemen

Abgrenzung des Bearbeitungsgebietes
Das Bearbeitungsgebiet beinhaltet das Landschaftsschutzgebiet „Geraer Stadtwald“, welches 1973 vom Rat des Bezirkes beschlossen wurde. Es liegt auf dem östlichen Elstertalhang und reicht im Norden von der Bahntrasse nach Erfurt bis an eine gedachte Verbindungslinie zwischen Dürrenebersdorf und Lusan. Die Grenzen sind jedoch nicht fest zu sehen, sondern sind je nach Bearbeitungsthema fließend. Das Bearbeitungsgebiet umfasst sowohl den Kommunalwald (südlicher Teil) als auch den nördlichen Teilbereich in der Zuständigkeit der Liegenschaftsverwaltungs- und –verwertungsgesellschaft (Übertragung an das Land Thüringen steht bevor).
Bearbeitungsthemen
1. Naturlehrpfad
Die Stadt Gera verfügt über einen Naturlehrpfad West“. Dieser ist vor Ort ausgeschildert und wird über einen Flyer Nutzern zugänglich gemacht. Der vorhandene Lehrpfad ist im Bestand zu erfassen und zu bewerten. Mit der entwurflichen Bearbeitung ist eine Attraktivitätssteigerung für Jung und Alt, für Besu- cher und Bewohner der Stadt anzustreben. Eine Einheit von Ausgestaltung vor Ort und Flyer ist herzu- stellen. Erweiterungsmöglichkeiten und Überlegungen zur Etablierung eines Naturerlebnispfades sind zu prüfen. Ansprechpartnerin in Gera ist Frau Uta Bergner (Leiterin Untere Naturschutzbehörde, Fach- dienst Umwelt, Fon: 0365/838-4240, E-Mail: Bergner.Uta@Gera.de) und Mitarbeiterin.
2. Bodenarchäologischer Wanderpfad
Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie und die Stadt Gera haben einen Archäologischen Wanderführer Thüringen – Stadt Gera 2006 veröffentlicht und vor Ort die betreffenden archäologi- schen Denkmale ausgeschildert. Ein Wanderwegekonzept dazu wurde bisher nicht etabliert. Die
Standorte der Denkmale Nr. 2 – Debschwitz, Grabhügel, Nr. 6 – Ernsee, Wüstung Pottendorf, Nr. 7 – Ernsee, Wallanlage, Nr. 9 – Gera-Stadt/Hainberg, Grabhügel, Nr. 10 – Untermhaus, Wallanlage, Nr. 11 – Untermhaus, Schloss Osterstein (in Abstimmung mit der betreffenden Arbeitsgruppe), Nr. 12 – Untermhaus, Grabhügel und Nr. 17 – Gera-Stadt, Wüstung Vollersdorf sind im Bestand zu erfassen und zu bewerten, Vorschläge zur Attraktivitätssteigerung sind zu offerieren. Die Standorte sind kon- zeptionell in einen bodenarchäologischen Wanderpfad (Varianten der Wegeführung/Ausgestaltung) einzubinden, der weitere kulturgeschichtliche Standorte beinhalten kann. Ansprechpartnerinnen sind Frau Sabine Schellenberg (Leiterin Untere Denkmalschutzbehörde, Fon: 0365/838 49 60, E-Mail: Schellenberg.Sabine@gera.de) und Mitarbeiterinnen sowie Frau Dr. Karin Sczech (Referentin Archäo- logisches Gebietsreferat Städte des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie – Weimar, Fon: 03643/818342, E-Mail: karin.sczech@tlda.thueringen.de). Seitens der FHE steht zusätzlich Prof. Dr.- Ing. Hans-Heinrich Meyer (Datenbank Kulturlandschaftselemente).

3. Hangkanten des Stadtwaldes Gera
Der Stadtwald weist steile, teilweise sehr steile Hangkanten mit hoher Erosionsgefährdung und Gefährdung der Verkehrssicherheit auf. Die Fluten der jüngsten Zeit führten zu teilweise erheblichen Beeinträchtigungen der Standsicherheit des Waldbestandes und flächigen Abrutschungen. Es sind eine Kartierung der potentiell gefährdeten Flächen zu erstellen (Ausweisung der potentiell gefährdeten Standorte, Erfassung und Bewertung des Gehölzbestandes sowie der Bodenverhältnisse) sowie Maßnahmen der Sicherung und Bewirtschaftung vorzuschlagen und auszuarbeiten. Ansprechpartner sind Frau Katrin Behrends (Leiterin Untere Bodenschutzbehörde, Fon: 0365/838-4210, E-Mail: Behrends.Katrin@gera.de), und Herrn Matthias Mittenzwey (Eigenbetrieb Geraer Stadtgrün, Forsten und Fried-höfe, Fon: 0365/833 38 51, E-Mail: Mittenzwey.Matthias@gera.de). Seitens der FHE stehen Herr Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Meyer (Geologie, Boden), Herr Prof. Rolf Johannsen (Ingenieurbiolo- gie) und Herr Prof. Erik Findeisen (Waldarbeit, Forsttechnik, Walderschließung, Forstnutzung – Fon: 0361/ 6700-4265, E-Mail: erik.findeisen@fh-erfurt.de).
4. Wiederaufbau Marienbrücke – 2 Bearbeitergruppen
Der sich nach dem Kauf des Rittergutes Pöppeln 1517 entwickelnde Stadtwald von Gera hat vielfältige Wandlungen erfahren, sei es durch weitere Ankäufe, Aufforstungen oder veränderte Eigentumsver- hältnisse. Mit dem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums im 19. Jahrhundert erfolgte nicht nur eine quantitative sondern auch eine qualitative Stadtentwicklung. In diesem Kontext begann man den Stadtwald gestalterisch stärker zu erschließen. Wanderwege, Gedenksteine/-plätze und Ausflugszie- le/-lokale wurden angelegt und Brücken errichtet. Der Verein „Stadtwaldbrücken e.V.“ initiierte 2010 den Wiederaufbau der Waldhausbrücke und nun soll die Marienbrücke in Angriff genommen werden. Dazu gilt es, entsprechende Planunterlagen zu erstellen.
Die Planungsaufgabe Wiederaufbau Marienbrücke ist von zwei Bearbeitergruppen zu lösen – eine, die die Planung/Konstruktion des Brückenbauwerkes und eine, die die Planung der Hin- und Fortführung zur Marienbrücke (einschl. einer Variante ohne Wiederaufbau der Marienbrücke) zu erstellen hat. Be- standsaufnahme und Bewertung sind jeweils als Grundlage der Planungen zu erarbeiten. Ansprechpartner ist Herr Heinrich-Dieter Hischer (Vorstand des Vereines, Fon: 0365/36820, E-Mail: h- d@hischer.eu).
5. Thüringer Waldzoo im Martinsgrund
Der Thüringer Waldzoo von Gera wurde 1962 als Tiergehege im Martinsgrund etabliert und entwickel- te sich zu einem beliebten Ausflugsziel in der Region. Zunächst beherbergte er nur einheimische Tier- arten auf einem Areal von ca. 20 Hektar, heute jedoch auch viele Exoten. Die verschiedenen Entwick- lungsphasen spiegeln sich in der Gesamtanlage heterogen wieder. Es gilt, neben der Erfassung und Bewertung des Bestandes, eine nachhaltig ganzheitliche Entwicklungskonzeption zu erstellen und dabei sowohl die städtische Anbindung (Verbindung zum Dahliengarten, verkehrliche Anbindung) als auch die Ver-/Einbindung in den Stadtwald neu zu ordnen. Ansprechpartner sind Herr Karsten Höhle Planer Gesamtstadt und Grün, Fachdienst Stadterneuerung, Team Stadtplanung, Fon: 0365/838- 4415, E-Mail: Hoehle.Karsten@gera.de) und die Mitarbeiter des Thüringer Waldzoos.

6. Umfeld Schloss Osterstein – 2 Bearbeitergruppen
Das heutige Terrain des Schlosses Osterstein weist vielfältige Nutzungen auf, ist aber auch aufgrund ungeklärter Eigentumsverhältnisse von Leerstand geprägt. Im Süden des Areals markiert ein mächti- ger, im Kern romanischer Bergfried aus dem 12. Jahrhundert das Bearbeitungsgebiet. Reste des 1945 zerstörten Schlosses aus dem 17./18. Jahrhundert leiten zum Ortsteil Untermhaus über. Die erhöhte Lage am östlichen Elstertalhang gewährleistet einen reizvollen Blick nach Osten auf das Stadtzentrum (Hofwiesen und Küchengarten, Theater etc.) und die anschließenden Anhöhen, der Blick nach Westen auf das geschichtsträchtige Areal eher Tristesse und Verwahrlosung. Es sind Entwicklungs- konzeptionen (funktionell, gestalterisch, in Varianten) für das Areal auf der Grundlage einer Erfassung und Bewertung des Bestandes (einschl. der Wechselbeziehungen zum Stadtzentrum/Untermhaus und zum Stadtwald) zu erstellen. Ansprechpartner sind Frau Sabine Schellenberg (Leiterin Untere Denk- malschutzbehörde, Fon: 0365/838 49 60, E-Mail: Schellenberg.Sabine@gera.de), Frau Dr. Karin Sczech (Referentin Archäologisches Gebietsreferat Städte des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie – Weimar, Fon: 03643/818342, E-Mail: karin.sczech@tlda.thueringen.de) und Herr Kars- ten Höhle Planer Gesamtstadt und Grün, Fachdienst Stadterneuerung, Team Stadtplanung, Fon: 0365/838-4415, E-Mail: Hoehle.Karsten@gera.de).
7. Eingänge/Ausgänge/Übergangssituationen des Stadtwaldes
Der Stadtwald thront naturräumlich bedingt über der Stadt Gera. Das Stadtgefüge weist vielfältige Sichtbeziehungen auf die Waldkulisse mit Schloss Osterstein auf. Jedem Bewohner ist er so tagtäg- lich präsent, doch nur einige nutzen ihn, und die Nutzungsmöglichkeit wird zumeist durch „Schlupf- löcher“ oder verwinkelte, unübersichtliche Wegstrecken hin zum Erholungsort „Stadtwald“ erschwert. Es ist eine Kartierung der Eingänge und Übergangszonen (Erfassung der Eingänge, Bestandaufnah- me und Bewertung der jeweiligen Areale) vorzunehmen, Überlegungen zur Neuordnung der Zugangs- möglichkeiten sind zu dokumentieren und städtbaulich-freiraumplanerische Entwürfe für die jeweiligen Situationen zu erarbeiten. Ansprechpartner ist Herr Karsten Höhle Planer Gesamtstadt und Grün, Fachdienst Stadterneuerung, Fon: 0365/838-4415, E-Mail: Hoehle.Karsten@gera.de).
8. Touristische Entwicklungskonzeptionen zum nördlichen (LVVG) und südlichen Stadtwald (Kommunalwald) – 2 Bearbeitergruppen

Wie bereits ausgeführt, hatte der Stadtwald in der Vergangenheit einen hohen Stellenwert für die Bewohner von Gera. Dies soll auch wieder zukünftig erreicht werden. Darüber hinaus gilt es, die Wirt- schaftskraft der Stadt zu stärken und insbesondere den Städtetourismus in Thüringen (und somit in Gera) auszubauen. Stadt – Stadtwald – Umland bieten zahlreiche Potentiale dafür. Es gilt sie zu wecken, zu erschließen und zu vermarkten. Beide Bearbeitergruppen haben eine intensive Diskussion mit den Bearbeitern der Themen 1-7 zu führen, deren Arbeitsergebnisse in ihre Überlegungen einzubinden, aber auch deren inhaltliche Ausrichtung zu steuern. Dazu sind alle verfügbaren Plando- kumente seitens der Stadt (FNP, DA Julia Prüger etc.), des Landes (Regionalplan) und seinen Einrich- tungen wie der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie in Jena (Herr Wenzel) oder der Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei in Gotha (Herr Neumann) auszuwerten und Best Practice – Beispiele für touristische Entwicklungskonzeptionen von Stadtwäldern sowie deren Umsetzungsstrategien zu recherchieren. Auf der Basis von Bestandsanalyse, Dokumentenrecherche sowie Best Practice – Beispielen ist sowohl für den nördlichen als auch für den südlichen Stadt- waldbereich in Wechselbeziehung/-wirkung zum jeweiligen Umfeld und unter Einbindung in das gesamtstädtische Grünsystem eine touristische Entwicklungskonzeption abzuleiten. Ansprechpartner ist Herr Karsten Höhle Planer Gesamtstadt und Grün, Fachdienst Stadterneuerung, Fon: 0365/838- 4415, E-Mail: Hoehle.Karsten@gera.de).

Autor:

Prof. Dr. Gerlinde Krause, Erfurt, Oktober 2013